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Ein außergewöhnlicher Fall: Patientin mit mehreren Autoimmunerkrankungen wird erfolgreich mit CAR-T-Zelltherapie behandelt

Ein Erlanger Fallbericht zeigt, wie eine CAR-T-Zelltherapie bei einer Patientin mit drei seltenen Autoimmunerkrankungen anschlug – nach neun gescheiterten Therapieversuchen und mit anhaltender Symptomfreiheit.

In einem Fallbericht aus Erlangen berichtet ein Ärzteteam in der Fachzeitschrift Med über einen ebenso spektakulären wie außergewöhnlichen Krankheitsverlauf einer Patientin und darüber, wie eine moderne Immuntherapie zukünftig gegen Autoimmunerkrankungen helfen könnte.

Im Fokus des Berichtes steht eine 47-jährige Patientin, die nicht nur an einer, sondern an gleich drei seltenen Autoimmunerkrankungen erkrankt ist. Ausgelöst wurden diese durch fehlerhafte Immunzellen (B-Lymphozyten), die Autoantikörper gegen Zellen und Strukturen ihres Blut- und Gerinnungssystems herstellten. Eine Zerstörung von roten Blutkörperchen führte zu einer Blutarmut, der sogenannten Autoimmunhämolytischen Anämie, und machte tägliche Bluttransfusionen erforderlich. Antikörper gegen Blutplättchen sorgten im Rahmen einer sogenannten Immunthrombozytopenie für ein erhöhtes Blutungsrisiko. Gleichzeitig litt die Patientin an einem Antiphospholipid-Syndrom, einer Autoimmunerkrankung, bei der das Gerinnungssystem aktiviert wird und das Risiko von Blutgerinnseln steigt.

Weil neun Therapieversuche, darunter hochdosierte Steroide und modernste Immunsuppressiva, versagten, entschied man sich für einen Therapieversuch mit der neuen CAR-T-Zelltherapie. Dazu wurden der Patientin bestimmte Immunzellen (T-Lymphozyten) entnommen und im Labor gentechnisch so verändert, dass sie gezielt die u.a. für die Autoantikörperverantwortlichen Immunzellen (B-Lymphozyten) erkennen und eliminieren können. Bevor der Patientin die veränderten T-Lymphozyten mit einer Infusion wieder verabreicht wurden, erhielt sie eine kurze Chemotherapie, um bestehende Immunzellen abzutöten und Platz für die neuen Zellen zu schaffen.

Bereits innerhalb eines Monats nach der Infusion normalisierte sich die Zahl an roten Blutkörperchen wieder. Auch 11 Monate später zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichtes bleibt die Patientin weiterhin symptomfrei und benötigt keine weiteren Medikamente mehr. Typische und schädliche Nebenwirkungen der CAR-T-Zelltherapie konnte das Ärzteteam nicht beobachten. Eine von ihnen festgestellte Erhöhung der Leberwerte und Schädigung des Knochenmarks bei der Patientin führten sie auf die vielen vorherigen Therapien zurück.

Obwohl dieser spektakuläre Fall zeigt, wie erfolgreich eine CAR-T-Zelltherapie sein kann, bleibt die vor allem bei Blutkrebs eingesetzte Behandlungsmethode bei Autoimmunerkrankungen vorerst experimentell. Aktuell laufen jedoch weltweit etwa 200 klinische Studien, die den Einsatz von CAR-T-Zellen bei Autoimmunerkrankungen untersuchen. Wie der Fallbericht zeigt, könnte diese Therapieform gerade für Patienten mit schweren, therapieresistenten Verläufen in Zukunft die Chance auf eine langanhaltende Heilung bieten.

Quelle: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2666634026000784?via%3Dihub

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